werte erleben e.v. - News

Wir sind ein gemeinnütziger Hamburger Verein, der sich für Werte und ihre Vermittlung stark macht. “werte erleben e.V.” wurde 2007 unter dem Namen Atlantic Forum gegründet und 2008 in „Werte erleben“ umbenannt.
  • Villa Mutzenbecher: Bezirksamt Eimsbüttel erteilt Baugenehmigung

    Im November 2012 reichte der gemeinnützige Verein WERTE erleben e.V. im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens sein Nutzungskonzept für die Villa Mutzenbecher ein und konnte sich damit gegen diverse Mitbewerber durchsetzen.
    Nun hat das Bezirksamt Eimsbüttel nach Abstimmung vieler Detailfragen die Baugenehmigung für das Projekt Villa Mutzenbecher erteilt. Damit ist der Weg frei für die denkmalgerechte Instandsetzung dieser im englischen Landhausstil Anfang des neunzehnten Jahrhunderts für die Familie des Gründers der Albingia- Versicherung Hermann Mutzenbecher gestaltete Villa. Sie ist das letzte Gebäude dieser Art in Hamburg. Nach der für einen Zeitraum von 3 Jahren geplanten Instandsetzung wird sie als Bildungs- und Begegnungsstätte genutzt werden.

    Sowohl während der Planungsphase als auch der Instandsetzung mit Hamburger Betrieben, die sich in der Ausbildung engagieren, werden Jugendliche mit ungünstigen Startchancen in Ausbildung vermittelt. Darüber hinaus kooperiert der Verein bei der Instandsetzung mit Studentinnen und Studenten der Hafen City Universität, mit Hamburger beruflichen Schulen und der Produktionsschule Eimsbüttel, mit der Stadtteilschule Niendorf, dem Gymnasien Bondenwald, der Grundschule Vizelinstraße und der Kita Waldforscher.

    Bereits im Vorfeld haben Schüler der Beruflichen Schule Energietechnik Altona im Rahmen ihrer Vorbereitung auf einen Ausbildungsplatz die Baubeleuchtung und Stromversorgung in der Villa installiert. Jetzt absolvieren sie ein Praktikum in einschlägigen Betrieben.

    Die kooperierenden Schulen werden gemeinsam mit dem Architekten-Team des Vereins, Expertinnen und Experten aus dem Restauratoren-Handwerk und Bauexperten Workshops durchführen, um Lösungen für eine energieeffiziente und umweltgerechte Beheizung der denkmalgeschützten Villa zu entwickeln. Gleiches gilt für die denkmalgerechte und handwerkliche Instandsetzung der weitgehend im Original erhaltenen Bauteile.

    Jugendliche mit ungünstigen Startchancen und Jugendliche ohne Ausbildungsplatz können in den 3 Jahren der Instandsetzung in Kooperation mit den zuständigen Berufsschulen gezielt auf eine Ausbildung in den Gewerken Bau, Holz, Elektro und Sanitär vorbereitet werden.

    Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt das Projekt materiell und ideell, u.a. indem sie bundesweit Spenden für die Villa Mutzenbecher einwirbt. Die Kombination von Denkmalschutz und Ausbildung wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in den nächsten Jahren auch an anderen Standorten in Deutschland initiiert werden.

    Der langjährige Mieter, dessen Beharrlichkeit die Villa überhaupt ihr Überleben verdankt, wird dort wohnen bleiben können und sowohl während der Bauphase als auch während der späteren Nutzung der Villa erhalten bleiben.

    In diesem Jahr werden noch die Fassade und das Dach gereinigt. 2018 kommt dann die Instandsetzung von Veranda und Balkon an die Reihe. Bis die Villa Ende 2020 wieder im alten Glanz erstrahlen kann, braucht es weiterhin große Unterstützung der Anlieger, der Freundinnen und Freunde der Villa, der Politik und der Verwaltung des Bezirks Eimsbüttel und der Stadt Hamburg.

    Spendenkonten:

    WERTE erleben
    Haspa, IBAN DE17 200 505 501 238 163 404, Stichwort: Villa Mutzenbecher Homepage: werteerleben.de

    Deutsche Stiftung Denkmalschutz
    Commerzbank, IBAN: DE71 500 400 500 400500 400, Stichwort: Villa Mutzenbecher

    Ansprechpartnerin: Gesa Mueller von der Haegen, Tel.: 0163 4722 959, Mail: info@werteerleben.de

    Lesen Sie hierzu auch einen Artikel in den Eimsbütteler Nachrichten

  • Schüler erneut am Realprojekt in der Villa aktiv

    Schüler der Berufsqualifierungsklassen (BQ-Klassen) der Gewerbeschulen arbeiten im Rahmen ihres Unterrichts jetzt regelmäßig in der Villa Mutzenbecher. In diesen Klassen lernen Schüler, die keinen Ausbildungsplatz haben, hochmotiviert am Realprojekt. (Siehe auch Bericht „Denkmalschutz und Bildung – Ein Gewinn für alle“)


    Kabel für die Baubeleuchtung werden verlegt.


    Vor Ort werden die Leuchteinheiten platziert.

    Am letzten Donnerstag haben Schüler der G10 Baustellenlicht in allen dunklen Räumen der Villa verlegt. Die BQ-Schüler haben die Leuchten in der Schule montiert, Auszubildende haben sie geprüft, am Donnerstag wurden sie angebracht.


    Die Baustellenlichter bereiteten die Schüler bereits in der Gewerbeschule vor.


    Gute Zusammenarbeit ergänzt gute Vorbereitung.

  • Tag des Denkmals

    Der Tag des offenen Denkmals war ein voller Erfolg. Am Samstag kamen trotz des Regens ca. 150 Menschen. Am Sonntag, bei Sonnenschein, waren es dann ca. 500 Besucherinnen und Besucher.

    Die Begeisterung, die dem Projekt Villa Mutzenbecher entgegen gebracht wurde, war ermutigend. Wir werden künftig unabhängig vom Tag des offenen Denkmals die Villa öffnen, um einzelne Baufortschritte zu zeigen. Viele Besucher haben darum gebeten. Die Termine werden hier auf der Website, im Niendorfer Wochenblatt und mit Aushang an der Villa rechtzeitig bekannt gegeben.

  • Denkmalschutz und Bildung - Ein Gewinn für alle

    Am 7.9.2017, hat der Berufsschullehrer Jan Behrens mit acht Schülern erstmals die Villa Mutzenbecher besucht. Vom Architekten hatten die Schüler den schriftlichen Auftrag, anhand des Leistungsverzeichnisses zur Erneuerung des Putzes am Sockel eine überschlägige Mengenberechnung für die gewählte Zementmischung durchzuführen. Die Schüler haben sich untereinander beraten, eine Vorgehensweise entschieden und die Aufgabe eigenverantwortlich gelöst. Für die Schüler war dies ihr erster Schritt in die Realität der Berufswelt.

    Neue Chance

    Bei den Schülern handelt es sich um schulpflichtige Jugendliche mit Wohnsitz in Hamburg, die trotz Ausbildungsreife und mehrfachen Bewerbungsversuchen keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Sie lernen in der Staatlichen Gewerbeschule Elektrotechnik G10 in Hamburg im Bildungsgang „Berufsqualifizierung“.


    Die Villa wird vermessen.

    Engagierte Jugendliche begeistern den Bauherrn

    Vertreterin und Vertreter des Bauherrn, des Vereins „Werte erleben e.V.“, waren begeistert vom Engagement der Jugendlichen und ihrem großen Interesse an dem denkmalgeschützten Gebäude, das der Verein instandsetzen und für Bildungs- und Kulturveranstaltungen nutzen will. Die Jugendlichen werden im Rahmen ihrer Ausbildung einzelne Arbeiten planen und ausführen. Belange des Denkmalschutzes müssen beachtet und die historische Substanz des Gebäudes bewahrt bleiben.

    Nachfragen und Hinweise der Schüler zeigten ein so großes Engagement und Interesse, dass die Auftraggeber in dieser Form nicht erwartet hatten.
    Jan Behrens forderte seine Schüler auf, ihm bei der Bearbeitung des Auftrages keine Fragen zu stellen, sondern Lösungen zu liefern. Er zeigte damit, was er seinen Schülern zutraut.

    Gut vorbereitet!

    Alle Schüler sind im Besitz der Baupläne, sofort beugen sie sich über ihre Pläne, beratschlagen ihre Vorgehensweise und legen los. Vorbereitet wurden sie im theoretischen Unterricht mit den für diese Aufgabenstellung benötigten mathematischen Grundlagen. Schnell zeigte sich, dass auch dieser theoretische Unterricht erfolgreich war: die Aufgabe wurde bravourös gelöst.


    Die Arbeiten werden in Teamwork durchgeführt.

    Üben an Realprojekten motiviert...

    Es sind gerade solche Realprojekte, die Jugendliche begeistern und ihnen die Erfahrung von Selbstwirksamkeit ermöglichen, die im regulären Schulunterricht so nicht erreicht werden können.

    ...und alle profitieren

    Insofern profitieren von diesem Projekt alle: das Denkmal „Villa Mutzenbecher“ kann gerettet werden, die Jugendlichen lernen mit Begeisterung und leisten gleichzeitig nachhaltige praktische Arbeit. Dabei entwickeln sie eine Haltung zum handwerklichen Beruf, übernehmen Verantwortung und machen erste praktische Erfahrungen. Sie verstehen den Zusammenhang zwischen Theorie und Praxis. Dies motiviert sie, aktiv am schulischen Unterricht teilzunehmen und die Voraussetzungen für den Abschluss eines regulären Ausbildungsvertrages zu erreichen. Die Betriebe profitieren, weil sie motivierte und engagierte Auszubildende gewinnen. Die Gesellschaft profitiert von der Villa Mutzenbecher wenn sie als Bildungs- und Kulturzentrum zur Verfügung steht.


    Um den Putzauftrag zu berechnen, wird auch vor Ort zum Spaten gegriffen.

  • Newsletter August 2017

    Tag des offenen Denkmals

    Am 9. und 10. September 2017 findet wieder der bundesweite Tag des offenen Denkmals statt. An beiden Tagen stellt der Verein Werte erleben e.V. die Villa Mutzenbecher sowie das Sanierungs- und Nutzungskonzept vor. Dabei kann die Villa auch von innen besichtigt werden. Hier die genauen Zeiten:

    Samstag, 9.9. von 15 - 18 Uhr Sonntag, 10.9. von 11 - 15 Uhr
    Die Adresse: Villa Mutzenbecher Bondenwald 110a, 22453 Hamburg

    Die Villa liegt mitten im Niendorfer Gehege und ist per Auto nicht direkt zu erreichen. Einfach geht es zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Mehrere Waldwege führen aus verschiedenen Richtungen direkt zum Haus. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

    Sommerfest

    Am 15. Juli wurde in der Villa das Sommerfest bei strahlendem Wetter gefeiert. Zur sommerlichen Stimmung passten die Melodien der über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannten Klezmerjazz Gruppe Mischpoke sowie die französischen Chansons und Hamburglieder der Sängerin Feli bei.

    Stühle, die Schüler der 9. Klasse der Stadtteilschule Niendorf einfallsreich aufgearbeitet hatten, darunter einige Klassiker, wurden versteigert.

    In den Räumen der Villa präsentierten Studenten der HafenCity Universität ihre Untersuchungen zum Bauzustand. Die Architekten informierten über die Planungen für die denkmalgerechte Instandsetzung und über die neusten Erkenntnisse zur Baugeschichte des Hauses.

    Baugenehmigung

    Zum im März 2017 eingereichten Bauantrag hatte es einige Nachforderungen gegeben. Dabei ging es zum Beispiel um eine genauere Beschreibung der späteren Nutzung, das Löschwasserkonzept, die Wegsicherung. Diese Punkte sind jetzt einvernehmlich geklärt, sodass jederzeit mit der Baugenehmigung zu rechnen ist.

    Was passiert noch 2017?

    Bis zum Herbst wird der Sockel erneuert, das Dach gereinigt und wo nötig ausgebessert, die ersten Fenster instandgesetzt. Das ist einfacher gesagt als getan. Denn zum Beispiel muss die Materialzusammensetzung für den Sockel genau auf das Mauerwerk abgestimmt sein. Die alten Fenster werden wieder aufgearbeitet und erhalten einen Anstrich, der zu dem alten Holz und der Geschichte des Hauses passt.

    An diesen Arbeiten nehmen interessierte und motivierte Schüler unter Anleitung von Experten teil. Am Anfang steht jeweils ein Workshop, in dem Fachleute den Schülern die einzelnen Arbeitsgänge und deren bauhistorische Hintergründe erläutern.